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                  <text>Deutscher Bundestag
10. Wahlperiode

Drucksache 10/579
09.11.83

Antrag
der Abgeordneten Tietjen, Bachmaier, Dr. Ehrenberg, Dr. Emmerlich, Ewen, Fischer
(Osthofen), Klein (Dieburg), Dr. Kübler, Lambinus, Oostergetelo, Polkehn, Schmidt
(München), Schröder (Hannover), Stiegler, Dr. de With, Dr. Schwenk (Stade),
Frau Terborg und der Fraktion der SPD

Errichtung eines Dokumentations- und Informationszentrums auf dem Gelände
des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen

Der Bundestag wolle beschließen:
Der Deutsche Bundestag begrüßt die Bemühungen, auf dem
Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen ein
Dokumentations- und Informationszentrum zu errichten, in dem
über die Geschichte der Emslandlager während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und das Schicksal der dort inhaftierten Menschen berichtet wird.
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, dafür
das benötigte, jetzt von der Bundeswehr genutzte Gelände des
ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen für die Errichtung
des Dokumentations- und Informationszentrums zur Verfügung
zu stellen.
Bonn, den 9. November 1983
Tietjen
Bachmaier
Dr. Ehrenberg
Dr. Emmerlich
Ewen
Fischer (Osthofen)
Klein (Dieburg)
Dr. Kübler
Lambinus
Oostergetelo
Polkehn
Schmidt (München)
Schröder (Hannover)
Stiegler
Dr. de With
Dr. Schwenk (Stade)
Frau Terborg
Dr. Vogel und Fraktion

�Drucksache 10/579

Deutscher Bundestag - 10. Wahlperiode

Begründung
Von 1933 bis 1945 unterhielt das nationalsozialistische Regime im
Emsland insgesamt 15 Lager, die als „Emslandlager" in die
Geschichte eingegangen sind. Am bekanntesten wurde das KZ
Esterwegen. Diese Lager dienten in der Phase der Errichtung der
Diktatur als Konzentrationslager für in „Schutzhaft" genommene
Regimegegner. Nach der Umorganisierung des KZ-Systems im
Sommer 1934 wurden die Emslandlager (mit Ausnahme des bis
1936 als KZ dienenden Lagers Esterwegen) in Strafgefangenenlager umgewandelt, die der Reichsjustizverwaltung unterstellt
waren. In diesen Lagern wurden nicht nur Kriminelle, sondern
speziell auch Homosexuelle und Regimegegner, die zumeist
wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt worden waren,
inhaftiert und unter härtesten Arbeitsbedingungen zur Kultivierung der Emslandmoore herangezogen. Nach Beginn des Zweiten
Weltkrieges dienten die Emslandlager als Militärstraflager. Das
Lager Esterwegen wurde zum Sammellager für Widerstandskämpfer aus Frankreich und Belgien, die im Zuge des berüchtigten „Nacht-und-Nebel-Erlasses" aus ihren Heimatländern verschleppt worden waren. Einige der Emslandlager dienten als
Kriegsgefangenenlager, in denen insbesondere zahllose sowjetische Kriegsgefangene ums Leben kamen. Andere Emslandlager
wurden Außenlager des KZ Neuengamme.
Es läßt sich nicht mehr feststellen, wie viele Häftlinge oder Kriegsgefangene in den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in den Emslandlagern waren oder zu Tode kamen. Zu
denen, die in diesen Lagern waren, gehörten neben unzähligen
anderen Regimegegnern der Bergarbeiterführer Fritz Husemann,
den die Nationalsozialisten „auf der Flucht" ermordeten, der
Zentrumspolitiker und preußische Wohlfahrtsminister Hirtsiefer,
die Sozialdemokraten Fried rich Ebert, Ernst Heilmann, Julius
Leber und Fritz Erler, zahllose Kommunisten und Carl von
Ossietzky, der 1936 nach der Verleihung des Friedensnobelpreises aus dem Lager entlassen wurde und an den Folgen der Haft
1938 starb.
Heute erinnert an Ort und Stelle nur noch wenig an die Emslandlager. Die Geländeflächen, auf denen sich früher die Lager
erstreckten, sind weithin landwirtschaftlich genutzt oder anderen
Zwecken zugeführt worden. Es gibt zwar einige Gedenksteine
und eine zentrale Gedächtnisstätte; aber ein Dokumentationszentrum, das über die Emslandlager informiert, fehlt.
Seit einiger Zeit sind Bestrebungen im Gange, auf dem Gelände
des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen ein Dokumentations- und Informationszentrum zu errichten. Diese Bestrebungen werden von gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen getragen, aber auch von Vereinigungen ehemaliger politischer Häftlinge, von Vertretern politischer Parteien und anderen
interessierten Bürgern, unter denen Einzelpersönlichkeiten wie
Pfarrer Albertz, Prof. Gollwitzer und der verstorbene Gewerkschaftler Willi Bleicher hervorragen. Das Dokumentations- und
Informationszentrum soll informatives Material über die Emsland-

�Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode

lager sammeln und der Öffentlichkeit darbieten und es zu Unterrichtszwecken auch Schulen und Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellen.
Die Bundesregierung wird gebeten, die Bestrebungen zur Schaffung des Dokumentations- und Informationszentrums Emslandlager dadurch zu unterstützen, daß sie einen Teil des gegenwärtig
von der Bundeswehr genutzten Geländes des ehemaligen
Konzentrationslagers Esterwegen zur Verfügung stellt.

Drucksache 10/579

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